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DFB verleiht Julius Hirsch Preis an SJC Hövelriege

In diesem Jahr verleiht der DFB den Julius Hirsch Preis zum neunten Mal. Der Julius Hirsch Preis 2013 geht an den Sport- und Jugendclub Hövelriege. Dies entschied eine Jury unter Leitung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei ihrer Sitzung im Karlsruher Rathaus. Den 2. Preis erhalten die Fangruppierung Ultras Nürnberg und der 1. FC Nürnberg, mit dem dritten Preis wird der Mehrspartenverein SC Heuchelhof ausgezeichnet. Der DFB verleiht den Preis seit 2005 in Erinnerung an Julius Hirsch, einem deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens. In diesem Jahr gingen 127 Bewerbungen ein.
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Es ist ein starkes gesellschaftliches Zeichen, dass sich so viele Initiativen aus dem Amateur- und Profibereich mit beeindruckenden Projekten beworben haben. Jedes einzelne Engagement verdient Anerkennung, deshalb stehen die drei Preisträger stellvertretend für alle, die sich mit Überzeugung gegen das Vergessen und für ein tolerantes Miteinander einsetzen."

Charlotte Knobloch, von 2006 bis 2010 Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, nahm ebenso an der Jurysitzung und dem anschließenden Empfang der Stadt teil wie Andreas Hirsch, ein Enkel des von den Nazis ermordeten Nationalspielers. Die Preisverleihung findet im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels gegen Irland am 11. Oktober in Köln statt.

Der Ehrenpreis geht dabei in diesem Jahr an den Journalisten Ronny Blaschke, der in seinem Buch "Angriff von Rechtsaußen" die Auswirkungen rechtsextremer Einstellungen auf den Fußball beschrieben hat. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury, dass sich Blaschke seit vielen Jahren intensiv und kritisch mit dem Thema journalistisch befasst.

Hövelriege besucht Gedenkstätten

Der Preisträger SJC Hövelriege ist ein Verein im Kreis Paderborn, zu dem unter anderem auch eine Jugendtheatergruppe und eine Schreinerwerkstatt gehören. Zur Fußballabteilung zählen zwölf Senioren- und Juniorenmannschaften. Auf der Sommerfahrt 2012 besuchte die 60-köpfige Gruppe des Clubs die Gedenkstätten in Kalavrita und Distormo. Zur Vorbereitung auf die Reise schauten sich die Jugendlichen Dokumentarfilme und lasen gemeinsam das Adorno-Essay "Erziehung nach Auschwitz". Auf der Reise erfuhren sie dann von den Massenmorden durch die deutsche Besatzung – rund 800.000 Griechen wurden getötet. Vier Zeitzeugen, heute zwischen 72 und 89 Jahren alt, berichteten der Gruppe, wie sie damals als Kinder in der örtlichen Schule eingesperrt, die Ermordung ihrer Väter und Großväter miterleben mussten.

Einen herzlichen Glückwunsch auch vom FLVW Kreis Paderborn nach Hövelriege

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